Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen

Das von Dr. Heinz Klippert (Lehrerfortbildungsinstitut Landau) entwickelte Konzept des Eigenverantwortlichen Arbeitens und Lernens (EVA) ist eine wichtige Grundlage der ganzheitlichen Bildungs- und Erziehungsarbeit am Gymnasium Weierhof.

Liberale Erziehung in der Familie, intensiver Medienkonsum und eine Fülle verlockender Freizeitangebote haben die Bedingungen des Lernens verändert. Viele Schülerinnen und Schüler sind hilflos im Blick auf selbstständiges Lernen, viele haben Konzentrationsschwächen, Defizite beim fachbezogenen Sprechen und leiden unter Fantasieverlust. Auch ist eine Zunahme unangemessenen Sozialverhaltens feststellbar. Darüber hinaus weisen Hochschullehrer seit Jahren auf den Mangel an grundlegenden Lern- und Arbeitstechniken bei Studienanfängern hin und führende Vertreter der Wirtschaft fordern von den Schulen die stärkere Förderung von Schlüsselqualifikationen: Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Eigeninitiative, Planungs- und Organisationskompetenz, Selbstlernfähigkeit u.a.m.

Durch die Förderung des Eigenverantwortlichen Arbeitens und Lernens (EVA) versucht das Gymnasium Weierhof seiner Verantwortung gegenüber diesen neuen Herausforderungen gerecht zu werden. In den Jahrgangsstufen 5, 8 und 10 finden jeweils mehrtägige Kompaktkurse mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt.

In den 5. Klassen stehen Arbeitstechniken im Vordergrund. Die Schüler trainieren das Strukturieren und Zusammenfassen von Informationen, das Arbeiten mit Nachschlagewerken, das Verfassen von Texten mit Hilfe von Schreibgerüsten, die Gestaltung von Lernprodukten und das Präsentieren von Lernprodukten in kleinen Vorträgen.

In den 8. Klassen steht die Teamentwicklung im Vordergrund. EVA wird insbesondere in offenen Unterrichtsformen, wie Partner-, Gruppen- und Projektarbeit gefördert. Schüler sind in offenen Unterrichtsformen jedoch wenig geübt und verhalten sich entsprechend ratlos. Effektive Gruppenarbeit erfordert deshalb eingespielte Regeln, Abläufe und Interaktionsroutinen. Genau dies steht im Mittelpunkt der Methodenschulung in der 8. Jahrgangsstufe. Die Schüler üben die Bewältigung von Konflikten, die bei Gruppenarbeit auftreten können, sie entwickeln Verhaltensregeln für Gruppenarbeit, sie lernen, einen Gruppenarbeitsfahrplan zu erstellen, sie entwickeln ihre Fähigkeit weiter, Lernprodukte zu präsentieren, und sie führen am Ende eine regelgebundene Gruppenarbeit zum Thema "Die Nutzung Neuer Medien durch Jugendliche – Chancen und Risiken“ durch.

In der 10. Jahrgangsstufe absolvieren unsere Schülerinnen und Schüler eine Arbeitsprüfung als Vorbereitung für das wissenschaftliche Arbeiten in der Oberstufe. Hier steht das methodisch korrekte und fachlich fundierte Erstellen von schriftlichen Ausarbeitungen im Vordergrund.

 

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