Erfahrungsbericht über den Schüleraustausch aus Schülersicht von Tobias Feuerle (23.-29.06. und 22.09.-06.10.2013)

Am 23.06.2013 warteten im Gymnasium Weierhof 18 deutsche auf neun kanadische Austauschschüler. Wir waren alle ziemlich aufgeregt, da wir unsere Austauschschüler nur von Bildern kannten. Deshalb wussten viele zunächst nicht, wie sie ihre Austauschschüler begrüßen sollten. Doch nach der anfänglich unsicheren Begrüßung haben wir uns auf Anhieb gut verstanden.

Während der gemeinsamen Woche in Deutschland konnten wir unseren Austauschschülern viele Sehenswürdigkeiten unserer Heimat zeigen: eine Führung durch das „Jüdische Worms“, ein Gang durch „2000 Jahre der Geschichte Triers“, die Besichtigung der Burg Eltz, eine Tour durch die Altstadt und das Schloss in Heidelberg, ein Ausflug in die Mainzer Altstadt und in das Gutenberg-Museum, verbunden mit einer Bootsfahrt auf dem Rhein. Aber nicht nur die Ausflüge prägten diese erste Woche – unsere kanadischen Austauschschüler lernten auch das deutsche Familienleben kennen, sie nahmen am Unterricht in der Schule teil und wir gingen gemeinsam in einen Kletterwald. An unserem gemütlichen Abschiedsgrillabend waren wir schließlich sehr traurig, als die Kanadier dann nach einer schönen Woche voller Ausflüge gehen mussten. Jedoch war es ein Trost, dass wir sie schon in nur drei Monaten wiedersehen würden.

Am 22.09.2013 war es dann so weit. Wir warteten am Frankfurter Flughafen auf unser Flugzeug. Wir waren sehr aufgeregt und gespannt auf die kommenden zwei Wochen. Hinzu kam, dass manche Schüler noch nie vorher geflogen waren, diese waren also doppelt nervös. Nach einem ungefähr achtstündigen Flug kamen wir gegen Mittag in Toronto/Kanada an. Auf uns wartete ein gelber Schulbus, wie man ihn aus amerikanischen Filmen kennt. Dann fuhren wir in die Schule unserer Austauschpartner: Rockway Mennonite Collegiate. Rockway ist eine relativ kleine Schule, später erfuhren wir, dass dort ca. 300 Schüler unterrichtet werden.

Nach einem netten Empfang fuhren wir alle zu unseren Gastfamilien. Viele unserer Gastfamilien hatten riesige Häuser. Durch den Jetlag waren wir am ersten Abend sehr müde und gingen recht früh schlafen. Am nächsten Morgen waren wir dementsprechend früh wach. Doch dann ging es in die Schule, wir bekamen eine Führung und später besuchten wir den Unterricht. Dabei fiel uns auf, dass der Unterricht dort einfacher wirkte als in Deutschland. Am Nachmittag fuhren wir an einen sehr schönen See, der an Bonanza erinnerte – Crawford Lake. Außerdem sahen wir, wie die Ureinwohner in Kanada gelebt haben. Am zweiten Tag lernten wir Kanadas Nationalsport kennen, Lacrosse. Es machte uns allen sehr viel Spaß, so dass wir am Nachmittag völlig ausgepowert zu unseren Gastfamilien fuhren. Am Abend trafen wir uns dann mit den anderen Austauschschülern, wie jeden Abend. Die ganze erste Woche hatten wir volles Programm. Wir besuchten ein mennonitisches Dorf, lernten die Geschichte der Waterloo Region kennen, sahen ein Theaterstück, nahmen an einer Drumming Session teil, gingen zum Bowling und vieles mehr, doch das Highlight war der Donnerstag, an dem wir die Niagara-Fälle besuchten. Wir waren alle sehr beeindruckt und fuhren mit einem Boot ganz nah heran. Am Samstag verbrachten wir dann die Zeit mit unseren Gastfamilien.

Am Sonntag fuhren wir gemeinsam mit unseren kanadischen Austauschschülern zum Silver Lake Camp. Dort schliefen wir für zwei Nächte in einfachen Bungalows und auf einfachen Betten. Das machte allerdings den meisten von uns nichts aus, denn das Gelände war sehr schön. Am Abend machten wir eine Wanderung zu einem der Großen Seen, um die Sterne und die Milchstraße zu sehen, jedoch war es zu bewölkt. Am nächsten Tag reisten die Kanadier leider ab, weil sie für ihren Abschluss lernen mussten. So flossen einige Tränen, weil wir wussten, dass wir manche Kanadier nicht so schnell oder sogar nie wieder sehen würden. Zur Aufheiterung liefen wir danach noch einmal an den See, wo wir bei wunderbarem Sonnenschein das Wasser und die Natur genießen konnten. Am nächsten Morgen brachen wir – wieder mit dem gelben Schulbus – zum Algonquin Park auf. Dort übernachteten wir für zwei Nächte in einem Motel und machten mehrere Wandertouren, fuhren Kanu und hörten in der Nacht sogar die Wölfe heulen. Das war sehr beeindruckend.

Danach ging es weiter nach Toronto, wo wir die letzten zwei Nächte blieben. Wir machten mit Bus und Boot eine Hop-On-Hop-Off-Stadtrundfahrt, lernten verschiedene Seiten von Toronto kennen, z.B. Chinatown und Kensington Market, und gingen auf den zweithöchsten Fernsehturm der Welt, den CN Tower. Am vorletzten Abend sahen wir sogar ein Footballspiel der Toronto Argonauts. Natürlich hatten wir auch noch ein bisschen Zeit, um shoppen zu gehen und Souvenirs zu kaufen. Am letzten Abend flogen wir dann vom Flughafen in Toronto zurück nach Frankfurt. Unsere Eltern erwarteten uns bereits gespannt und wir waren alle froh, wieder zu Hause zu sein. Insgesamt hatten wir eine sehr schöne Zeit in Kanada.

 

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