1867 gründete der Landwirt, Lehrer und mennonitische Prediger Michael Löwenberg auf dem Weierhof eine höhere Lehr- und Erziehungsanstalt für Jungen aller Konfessionen, die in drei oder vier Jahren eine christlich fundierte Allgemeinbildung erhalten sollten.

Ende des 19. Jahrhunderts galt die Schule als eine der bedeutenden Internatsschulen der Pfalz. Sie hatte damals etwa 85 Internats- und 20 Tagesschüler. In jener Zeit des deutschen Kaiserreichs wurde das christliche Erziehungsziel durch das deutsch-nationale ergänzt. Es fand Ausdruck in vaterländischen Schulfesten und im Schmuck der 1902 fertiggestellten Aula, die an Persönlichkeiten der pfälzischen (z.B. Kurfürst Ruprecht), der bayerischen (das Gebäude erhielt den Namen „Schulwalhall“ - in Anlehnung an die „Walhalla“ bei Regensburg) und der deutschen Vergangenheit (z.B. Barbarossa im Kyffhäuser) erinnern sollte.

Weil die bayerischen Unterrichtsvorschriften weitere Räume für die Naturwissenschaften forderten, wurde 1914 – abseits von den übrigen Häusern – ein größeres Schulgebäude begonnen, wegen des Ersten Weltkriegs und der Inflation jedoch erst 1928 bezogen – der heutige Schulaltbau.

1936 wurde die Realanstalt am Donnersberg – unter politischem Druck, jedoch in einem Übernahmevertrag mit dem Schulträger, dem Verein für die Anstalt am Donnersberg e.V., - verstaatlicht und zu einem nationalsozialistischen Mustergymnasium erweitert. Im Jahre 1938 fand die erste Abiturprüfung statt.

1941 übernahm das Deutsche Reich die Gau-Oberschule Donnersberg als Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NAPOLA).

Im Frühjahr 1945 wurde das Anwesen von der Besatzungsmacht beschlagnahmt und diente bis 1958 französischen und amerikanischen Truppen als Kaserne.

1959 konnte die Heimschule Weierhof am Donnersberg als staatlich genehmigtes, mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium wieder eröffnet werden – später kam ein neusprachlicher Zweig dazu. 1960 wurde die Schule staatlich anerkannt und 1965 fand die Abiturprüfung des ersten Nachkriegsjahrgangs statt.

1970 wurden die 5-Tage-Woche und die Ganztags-Schule eingeführt, deren Ziele eine intensivere fachliche Betreuung durch Lehrer und eine Hinführung zu sinnvollen Freizeitaktivitäten sind. Damals war die Ganztagsschule eine Ausnahme in der bildungspolitischen Wirklichkeit in Rheinland-Pfalz.

In den Jahren 1975 bis 1995 wurde am Gymnasium Weierhof am Donnersberg – so der neue Name – die Oberstufenreform (Wahlkurse statt Klassen) durchgeführt und die Möglichkeit geschaffen, Französisch als erste und Japanisch als dritte Fremdsprache zu lernen. Auch der Aufbau von Schulpartnerschaften mit französischen und englischsprachigen Schule diente der Motivation zum Sprachenlernen. Seit den achtziger Jahren gewannen Computerprojekte zunehmend an Bedeutung.

Ab 2001 konnten die baulichen Gegebenheiten sowie das Profil der Schule deutlich erweitert werden.

Der musikalisch-künstlerische Bereich wurde durch die Einführung einer Bläserklasse, einen Wahlpflichtfachbereich Kultur und weitere Angebote für zahlreiche Instrumentalgruppen ausgebaut. Die Schulbühne Weierhof gastierte am Pfalztheater, Abende der Künste und andere Veranstaltungen wurden durchgeführt.

In "Jugend forscht" wurde der Weierhof zur erfolgreichsten Schule in Rheinland-Pfalz mit jährlich 50 bis 65 Teilnehmern. In den Naturwissenschaften wurde die Kooperation mit außerschulischen Institutionen wie BASF und Technische Universität Kaiserslautern begonnen und intensiviert.

Im Fremdsprachenbereich wurde das Fach Spanisch ab Klasse 8 neu eingeführt sowie regelmäßig Austauschfahrten nach Kanada, Frankreich, Spanien, Japan und mittlerweile China durchgeführt. Der Austausch mit Damville findet seit 25 Jahren und mit Rockway seit 20 Jahren statt.

Die entscheidende Neuorientierung brachte im Jahre 2008 die Einführung von G8/GTS in Rheinland-Pfalz, in der eine achtjährige Gymnasialzeit mit dem bisherigen Ganztagsmodell verbunden und pädagogisch modernisiert wurde. Der Weierhof konnte für die rheinland-pfälzische Reform viele Anregungen geben.

Baulich waren die Jahre zwischen 2001 und 2013 durch eine rege Bau- und Renovierungstätigkeit gekennzeichnet. Dringend notwendige Bausanierungen in Schule und Internat wurden durchgeführt. Ein neues Kleinspielfeld wurde ebenso errichtet wie neue Aufenthaltsräume, sowie Fachräume im Fach Physik mit Hilfe der Ganztagsprogramme des Bundes und des Landes. Grundlegende Renovierungen im Internatsbereich wie Dächer und Bäder konnten realisiert werden, die Aula wurde trockengelegt, gestrichen und die Turnhalle saniert. Die entscheidende neubauliche Verbesserung war jedoch das größte Bauprojekt nach 1928, die Errichtung zwei neuer Schulflügel für die Oberstufe sowie für Verwaltung, Bibliothek und Lehrerzimmer, die im Oktober 2012 fertiggestellt wurden. Die Neubauten führten zu wesentlichen Verbesserungen auch im Schulhaus von 1928 und ermöglichten einen zeitgemäßen Anschluss an die Medienrevolution der Jahrhundertwende durch die Verlegung von Glasfaserkabeln sowie eine völlig neue Technikausstattung vom Server bis zum Whiteboard. Das Gymnasium Weierhof zeichnet sich als Medienschule durch ein hochmodernes Angebot aus und ist im Augenblick größte Oberstufenschule im Kreis.

 

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